Was ist Omega-3?

Mitte des 20. Jahrhunderts unternahm der britische Biochemiker Hugh Sinclair eine Forschungsreise nach Grönland. Dabei machte er eine interessante Entdeckung: Bei den Inuit traten so gut wie nie Herz-Kreislauf-Erkrankungen auf. Als eine der Ursachen dafür vermutete er die traditionell fischreiche Ernährung der Ureinwohner Grönlands. Damalige Vermutungen konnten mittlerweile bestätigt werden. Die Wissenschaft weiß heute bereits, warum die langkettigen Omega-3-Fettsäuren einen wertvollen Beitrag für die Herzgesundheit leisten und hat mittlerweile auch weitere Vorteile für den menschlichen Körper ausfindig gemacht.
Omega-3-Fettsäuren sind eine spezielle Gruppe innerhalb der ungesättigten Fettsäuren. Zu dieser Fettsäurenfamilie zählen:
- Eicosapentaensäure (EPA)
- Decosahexaensäure (DHA)
- Alpha-Linolensäure (ALA)
EPA und DHA sind die sogenannten marinen Fettsäuren, da sie ausschließlich in Fisch vorkommen, in besonders hohen Mengen in Meeresfischen. Manche Süßwasserfische wie Zander und Forelle können hinsichtlich des Omega-3-Fettsäurengehalts aber durchaus mithalten.
Alpha-Linolensäure dagegen ist die pflanzliche Omega-3-Fettsäure. Sie kommt in Lein-, Soja-, Walnuss- und Rapsöl, wie auch in Nüssen, Leinsamen und grünem Blattgemüse vor. Diese Pflanzenöle enthalten andere wertvolle Fettsäuren, die mit den Omega-3-Fettsäuren um dieselben Enzyme buhlen.
Die pflanzliche Alpha-Linolensäure muss im Körper erst mit Enzymen in die marine Form umgewandelt werden, um eine positive Wirkung entfalten zu können. Die Umwandlungsrate ist allerdings extrem gering, besonders wenn viel Sonnenblumen-, Maiskeim- oder Distelöl gegessen wird. Wer auf Meeresfisch verzichtet, wird es daher kaum schaffen, die täglich empfohlene Menge an Omega-3-Fettsäuren im Speiseplan unterzubringen.
Bildlich gesprochen: Vergleicht man die drei Fettsäurearten ALA, DHA und EPA mit Transportmitteln, kommen DHA und EPA einem schnittigen Sportwagen gleich, der schnell und sicher den Ort der Bestimmung erreicht. ALA ist dagegen ein 3-Gang-Fahrrad, bei dem der Körper viel strampeln muss, um schließlich ans Ziel zu kommen. Der direkte Vergleich ist eindeutig: Ein wöchentlicher Verzehr von 100 g fettem Fisch (zum Beispiel Lachs oder Makrele) ist mit einer täglichen Aufnahme von 50 g Rapsöl (350 g pro Woche) vergleichbar. Dabei darf jedoch die erhöhte Gesamtfettzufuhr (Kalorien) nicht vergessen werden!


